Sonntag, 2. November 2014

Rucksack Rudi

Unsere kleine Nichte, Emma, ist im September ein Jahr alt geworden und da die kleine Maus nun auch schon zur Tagesmutti geht, hat sich Emmas Mama einen Rucksack für sie gewünscht.

Da wir natürlich nichts "von der Stange" schenken wollten und gewisse Personen nicht ganz talentfrei an der Nähmaschine sind, hatte ich im WWW nach einem Schnittmuster für einen Kindergartenrucksack gesucht und war auch fündig geworden: "Rudi".

Ja, "Rudi" heißt das gute Stück - von lillesol & pelle. Den Schnitt gibt's hier.

Hat man erstmal alle "Zutaten" zusammen und die Anleitung einmal komplett durchgelesen, kann es auch schon losgehen. Ich persönlich fertige mir gerne von allen Schnitteilen Schablonen an. Auch wenn es sich bei den meisten Schnitteilen nur um Rechtecke handelt, komme ich doch besser damit zurecht, weil der Stoff sich eben nicht so verzieht. Wenn man sich einmal die Arbeit gemacht hat, kann man die Schablonen ja auch für den nächsten Rucksack wiederverwenden ;-)

Nach dem Stoffe-Schnibbeln, was relativ fix erledigt war, konnte es auch schon losgehen. Vom Schwierigkeitsgrad her, fand ich es nicht zu schwer. Klar, war mein Nahtauftrenner auch wieder mit von der Partie, aber das eher wegen meiner anfänglichen Schluderei - und da ich eben beim Nähen eine kleine Perfektionistin bin, mussten diese eben korrigiert werden ;-)

Vom Schnitt bin ich wieder ein paar mal abgewichen:

Die Träger habe ich noch mit Volumenvlies gepolstert. Auch wenn die Kleine sicher nichts schweres tragen wird, gefällt es mir so besser.

 
In Ermangelung von passenden D-Ringen, habe ich für die Befestigung der Träger einfach Metall-Schieber auseinander genommen, um Vierkant-Ringe zu erhalten - war ein ganz schöner Kraftakt, die blöden Dinger sind echt verflucht stabil. Davon hatte ich zum Glück genügend da und im Endeffekt gefällt es mir jetzt sogar besser, als bei der Variante mit den D-Ringen.

 
Die aufgesetzten Seitentaschen habe ich auch abgewandelt. Laut Anleitung sollte man diese in drei Falten legen damit sie auf die Breite der Rucksack-Seite passen. Darauf hatte ich aber keine Lust, also habe ich sie einfach auf die passende Breite eingekräuselt. Die Naht habe ich dann mit Webband verdeckt.
 
 
 
 
Eigentlich war ich auch der festen Überzeugung, dass ich mir mal ein paar ordentliche Ösen gekauft hatte. Leider habe ich nur die von einem Zangenset gefunden, welches ich in einem Discounter gekauft hatte - "geirrt" sprach der Igel und stieg vom Kaktus. Diese Billig-Dinger taugten aber überhaut nix, also habe ich dann doch Knopflöcher für die Tunnelöffnung eingenäht. Kurze Zeit später entdeckte ich im Schrank die hochwertigeren Ösen - na toll...
 
Das Adress-Fach habe ich nicht auf die Rückseite genäht, sondern als separates Schild mit Kam Snaps befestigt. Ich gebe ehrlich zu, dass ich mit der Anleitung dazu nicht klargekommen bin und das Schnittteil auch total schief geworden war. Also habe ich es wie einen Kofferanhänger gestaltet, der  abnehmbar ist.
 
Ich glaube weitere Änderungen habe ich nicht vorgenommen, allerdings werde ich beim nächsten "Rudi" auch das Innenfutter mit Vlieseline H250 verstärken - so bekommt er noch mehr Stand.
 
So, jetzt habe ich aber genug geschrieben... ACHTUNG!!! Es folgt eine Bilderflut oder besser gesagt *Foto-Bomben-Modus-ein* :-)
 













 
*Foto-Bomben-Modus-aus*

Ich bin übrigens ein Riesen-Fan von Kam Snaps geworden - oder wie sie von anderen Herstellern genannt werden: Plastik-Druckknöpfe. Für "Rudi" habe ich auch einige benutzt und an alle, die Bedenken wegen der kleinen Deko-Elemente haben: Entweder sind sie so befestigt, dass sie nicht abgehen oder man kann sie von Vornherein entfernen - wobei die Snaps echt straff sitzen...

Ich hoffe, der kleine "Rudi" gefällt euch und dass unsere kleine Emma ganz viel Spaß mit ihm hat :-)

Viele liebe Grüße

Jessy

Montag, 27. Oktober 2014

Ganz viele Eulen...

Nachdem ich mal wieder eine Weile nichts von mir habe hören lassen (ich sollte wirklich meine Posts vortexten), möchte ich nun meine neuesten Kreationen präsentieren: 
 
Eine große Susie-Handtasche und meine erste Wildspitz.  

 
Das Schnittmuster zur Susie-Handtasche findet ihr hier auf meinem Blog und das Schnittmuster zur Wildspitz findet ihr bei Farbenmix.
 
Zur großen Susie habe ich mich ja schon ausgiebig geäußert, darum ist heute die Wildspitz dran:
 
Vom Schnitt bin ich extrem begeistert! Bisher habe ich immer die, nach meinen Vorstellungen modifizierte, Big-Money-Bag (BMB) von ki-ba-doo genäht und dabei viele Nerven und noch mehr Nadeln gelassen.
 
Das passiert mir bei der Wildspitz nicht mehr. Auch das sie zum Auffalten und nicht zum Wickeln ist gefällt mir besser. Natürlich ist die BMB auch sehr schön, aber die Wildspitz finde ich persönlich besser. Zum Glück ist das aber alles Geschmackssache ;-)
 
Was die Anleitung angeht, muss man sich etwas reinlesen, aber wie bei vielen Dingen heißt es auch hier: learning-by-doing.
 
Hauptsächlich wird bei der Wildspitz gefaltet und gebügelt, dadurch muss man keine separaten Fächer anfertigen und annähen. Nur Reißverschlüsse und die dazugehörigen Taschen müssen eingenäht werden, was aber mit ein wenig Übung und einem Reißverschlussfüßchen kein Problem sein sollte ;-) Ich kann nur empfehlen es selbst mal mit der Wildspitz zu probieren!
 
Soviel dazu; und nun noch ein paar Bilder von der Eulentasche und der Wildspitz:







Stoffe, Steckschloss, kleines Metallornament, kleine Metallherzen und Wachsband habe ich bei Dawanda bestellt.

Den Karabiner und den Herz-Schlüsselring habe ich von Alles für Selbermacher.

Ach ja, ich hatte dazu noch eine kleine Susie und eine Taschentuchtasche im passenden Eulen-Design genäht, aber der kleine Dropskoffer Jessy hat natürlich alles schon verschenkt und vergessen Fotos zu knipsen... Na toll...

Viele liebe Grüße

Jessy


Nachtrag:
Dank meines subtilen Hinweises, hat mir das Geburtstagskind noch ein Foto vom Zubehör nachgereicht ;-)  Dankeschööööön!

Samstag, 13. September 2014

Aus dem Nähkästchen...

Ich habe ja lange nix mehr von mir hören lassen, was aber nicht heißen soll, dass ich nicht fleißig bin.

Eigentlich bin ich nämlich total-mega-fleißig, nur kann ich meine Werke nicht präsentieren, weil viele davon Geschenke sind und ich nicht Gefahr laufen möchte, dass die Beschenkten schon vorher alles sehen.

Daher kann ich nur ein kleines Lebenszeichen von mir geben, indem ich einigen Interessierten unter euch erzähle, wie ich so zum Nähen gekommen bin:

Ich denke ausschlaggebend war meine Mama. Sie hat früher immer viel genäht und noch mehr gestrickt. Ich saß oft neben ihr und sah zu, wie sie mit der Nähmaschine loslegte. Gerne hätte ich es damals auch mal probiert, aber ich war noch zu klein. Erschwerend kommt noch hinzu, dass meine Mama mich - als ich noch ein Baby war - immer auf der Nähmaschine (versenkbar) gewickelt hatte. Ich glaube, schon damals habe ich mich mit dem Nähfieber infiziert.

Hier der Bildbeweis:

 
Als ich etwas älter war, habe ich dann heimlich versucht die Nähmaschine meiner Mama in Gang zu bekommen, um Kleider für meine Barbies zu nähen, bin aber immer an der unteren Spule gescheitert. Es war mir 1. ein Rätsel, wie das Garn da so schnell aufgerollt wird - ich hatte mich hingesetzt und es mit der Hand aufgewickelt!!! XD - und 2. wusste ich nicht, wie ich die Spule dann einsetzen sollte. Das man überhaupt einen Unterfaden braucht, wusste ich ewig nicht...
Später hatte ich bei meiner Mama genau aufgepasst und die Rätsel waren gelöst. Ganz schön blöd von mir, was?!?!? Ich hätte ja auch einfach meine Mama fragen können, ob sie mir zeigt wie es geht...

Als ich dann - noch ein paar Jahre später - meine Ausbildung beendete und einen festen Job hatte, zog ich bei meinen Eltern aus. Meine Mama schickte mir immer wieder Anleitungen für Taschen und andere Kleinigkeiten, und wir hatten beide eine Vorliebe für die "Tilda-Bücher" entwickelt.

Nachdem ich dann dieser Flut von schönen Dingen, die man selber schaffen konnte, ausgesetzt war, entschloss ich mich mir selber eine Nähmaschine zu kaufen. Es war eine AEG für 79 €, nichts Besonderes, aber eben meine Erste. Mit ihr hatte ich dann ein paar Kosmetik- und Handtaschen, Kuscheltiere und sogar ein kleines Puppenkleidchen genäht. Bis ich es geschafft hatte sie zu erledigen.

Danach kam ich dann wieder etwas ab vom Nähen, bis mir die Großeltern meines Liebsten eine neue Nähmaschine zum Geburtstag schenkten. Seitdem hänge ich so richtig an der Nadel und die vielen Netzwerke und Blogs machen es nicht besser.

Heute verbringe ich meine Freizeit mit der Suche nach Stoffen und Anregungen und natürlich der für mich schönsten Sache der Welt: Dem Nähen!

Ergänzend sei hinzugefügt, dass ich es auch ein paar Mal mit dem Stricken versucht hatte, aber da bin ich total talentfrei. Entweder ich lasse Maschen fallen oder ich ziehe alles so fest, dass ich irgendwann die Nadeln nicht mehr bewegen kann oder ich mache beides :-D Stricken überlasse ich also lieber meiner Mama - die kann das in Perfektion und jetzt sogar in 1:12 ;-)

Hier nun noch ein paar Bilder zu meinen Anfängen als kleine Näh-Fee (lang, lang ist's her):







Viele liebe Grüße

Jessy

Mittwoch, 6. August 2014

Eine Bowie kommt selten allein!!!

 
Dieses Schnittmuster hat es mir ganz schön angetan und ist von - woher sonst (?!?) - pattydoo.
 
Allerdings muss man dafür ein klein wenig Geld locker machen, was aber kein Problem sein sollte, oder man ist so eine Könnerin und "erdenkt" sich den Schnitt während des "Video-Anleitung-Guckens".
 
Da ich das mit dem Schnitt-Ausdenken (noch) nicht so drauf habe, musste ich mir das Schnittmuster kaufen. Ich habe es aber gern getan, denn die Bowie kommt in 4 Größen daher - so ist für jede Handybesitzerin was dabei.
 
Zuerst musste natürlich eine Handytasche für mich her, um dann an meinen lieben Freundinnen/Kolleginnen die Reaktionen zu testen ;-)
 
Natürlich waren alle ganz begeistert von dem kleinen Täschlein, sodass noch einige folgten und auch noch folgen werden...
 
Ach ja, schnell genäht sind sie auch. Wenn man den Bogen erstmal raus hat, braucht man nicht länger als eine gute halbe Stunde und fertig ist die neue Bowie. Das Ausgeschnipsel und Geklebe des Schnittes habe ich hier nicht hineingerechnet - macht man ja im Idealfall nur einmal pro Größe ;-)
 
Eine kleine Abweichung beim verwendeten Material muss ich noch gestehen: Ich habe - mangels Volumenvlies - einfach Bügelvlies (H250) verwendet.
 
So, hier nun meine ersten drei Bowies (die allererste ist meine :-D) :
 
 






 



Ich finde schon, dass sie alle drei recht gut gelungen sind.

Wie ihr sehen könnt, hat es mir die asymmetrische Taschenklappe angetan - es gibt nämlich noch eine Version, die einem Briefumschlag ähnelt.

Nun noch zu einer etwas edleren Variante: Die Bowie lässt sich nämlich auch prima als Clutch verwenden und das ist - im Übrigen - die größte Version des gelieferten Schnittes.

Da in unserem Freundeskreis einige Hochzeiten anstanden/anstehen, habe ich dafür eben auch ein passendes Täschchen benötigt und daher eine Bowie in groß geschneidert. Damit konnte ich dann auch prima den Kauf des Schnittmusters vor meiner besseren Hälfte begründen ;-)

Ich habe für die "edle" Bowie Partysatin im Farbton "Puder" verwendet, gefunden habe ich ihn bei Stoff & Stil.

Wer schon mal mit Satin das Vergnügen hatte, weiß das es sich etwas schwieriger verarbeiten lässt und auch ziemlich gerne verrutscht - etwas Geduld sollte man also haben. Auch die Vlieseinlage lässt sich nicht wirklich bombenfest aufbügeln, auch hier sollte man Ruhe bewahren ;-)

Ich hatte mich natürlich gefühlte hundertmal vernäht, weil ich dachte, dass ich die einzelnen Schritte schon auswendig kann - HAHA!!! Falsch gedacht!!! Naja, mein Nahtauftrenner ist eh' mein bester Freund und da wir uns schon lange kennen, wusste er was zu tun ist  :-D Das meine oben genannte Zeitangabe bei der Satin-Version nun nicht mehr hingehauen hat, brauche ich an dieser Stelle hoffentlich nicht mehr besonders hervorzuheben...

Aber, was lange währt wird endlich gut und siehe da: Ich habe die Clutch doch noch hinbekommen:


 
 
Auch sie ist - meiner Meinung nach - sehr hübsch geworden und auf den Hochzeiten wurde auch ganz ungläubig (im positiven Sinne) nachgefragt, ob ich die Tasche wirklich selbst genäht habe. Zum Glück konnte mein Liebster meine Aussagen bestätigen ;-)
 
Hier nun noch eine kleine Zusammenfassung:


Seht in der nächsten "Folge": "100 und eine Susie" ;-)

Viele liebe Grüße

Jessy

Montag, 21. Juli 2014

Da habe ich mir aber mal wieder Zeit gelassen...

... mit meinem nächsten Post.

Das soll aber nicht heißen, dass ich nix genäht habe. Im Gegenteil: Ich war TOTAL fleißig :-)

Ich habe wieder einige neue Sachen ausprobiert und eine davon möchte ich heute präsentieren.

Taschen habe ich ja schon viele genäht, aber Kleidungsstücke sind immer noch Neuland für mich.

Ja klar, Kinderkleidung habe ich schon genäht, aber Etwas das ich selber tragen kann noch nicht wirklich.

Auf einem meiner Lieblings-Blogs (dreimal dürft ihr raten welcher) bin ich nun wieder fündig geworden: Der Stufenrock "Linda" von pattydoo hat es mir angetan.

Der Schnitt an sich ist supereinfach und natürlich hätte ich auch selber darauf kommen können, aber - wie gesagt - ich nähe nun mal nicht so oft Kleidung und daher brauche ich eben auch eine kleine Anleitung.

Der erste Rock war natürlich für mich gedacht und für meine liebe Nachbar-Gabi habe ich einen als Hochzeitsgeschenk genäht - sonst hätte sie in Mexiko nix zum Anziehen gehabt ;-)

Hier nun meine beiden Werke - die nächsten werden sicher bald folgen - :



Ich bin immer wieder begeistert, wie man mit einfachen Mitteln so schöne Sachen zaubern kann.

Eure Jessy